Was ist mir wichtig?

 

 

Jeder Trainer sollte eine Philosophie haben. Also einen Weg den er anderen vermitteln möchte. Eine Philosophie kann ganz klein gehalten sein, aber auch umfassend dargestellt werden.

 

Natürlich könnte ich nun schreiben: Mir ist Harmonie wichtig und achte auf Gymnastizierung. Aber ich möchte von vornherein ein breites Spektrum aufzeigen. Dafür nehme ich mir hier viel Zeit, um dies darstellen zu können. Fragen sind natürlich, gerade im Training, immer erwünscht.

 

Nun folgt eine Grafik, bei der ich hoffe alles aufgenommen zu haben, individuell variieren die Punkte natürlich:

Fangen wir mit der Erklärung unten an:

 

Ich als Trainer schaffe eine Basis. Ich bin ausgebildeter Pädagoge sowie Coach und weiß wie wichtig Kommunikation und Wertschätzung ist. Ich versuche mich auf Jeden einzustellen, denn jeder Reiter wie auch Pferd sind individuell. Ich möchte nichts aufzwingen sondern arbeite mit dem was ich vorfinde. Natürlich versuche ich den Blick zu schärfen, möchte aber keinesfalls sagen: Reite wie ich oder gar nicht. Ich möchte eine Beziehung zum Reiter wie auch zum Pferd aufbauen. Denn wenn die Beziehung geschaffen ist, kann man ganz anders arbeiten. Ich fange Emotionen ab, ermutige und gebe genauso Feedback. Eine offene Kommunikation ist für mich grundlegend. Wenn ein Reiter sich nicht traut dem Trainer etwas mitzuteilen, dann ist die Beziehung nicht da. Muss ich kritisieren, dann kann ich auf einer ganz anderen Beziehungsebene anknüpfen als wenn ich als „Fremder“ gesehen werde. Durch die Pädagogik weiß ich um eine gelingende Methodik und Didaktik. Ja ich mache mich gern „zum Affen“, wenn es etwas besser erklärt!

 

Der Trainer schafft also die Basis. Danach kommt die körperliche Gesundheit von Pferd und Reiter. Beim Reiter erhoffe ich mir ein Stück weit Offenheit, soweit man es zu lassen möchte. Wenn ein Reiter zum Beispiel eine Beeinträchtigung hat, wäre es wünschenswert, wenn ich diese erfahre, um mich besser auf die Situation einstellen zu können. Sind emotionale Themen, wie Angst, Unsicherheit, Selbstzweifel, präsent, dann bin ich als Coach und Vertrauensperson dafür da!

 

Beim Pferd können vielerlei körperliche Probleme vorhanden sein. Ich wünsche mir für jedes Pferd, dass der Reiter Sattel, Hufe, Zähne regelmäßig kontrollieren lässt und den Blick auf therapeutische Maßnahmen (Chiro, Osteo, Physio) behält, wenn das Pferd mehrmals Verspannungen oder Taktunreinheiten zeigt.

 

Nun kommen wir zu den zwei Spalten in der Grafik.

 

Was möchte ich beim Reiter vermitteln und schaffen?

 

Der Reiter muss genauso wie sein Pferd eine Ausbildung durchlaufen. Es gibt verschiedene Ausbildungsskalen. Mir ist es wichtig, dass der Reiter losgelassen wird und dabei seine Koordination und sein Körpergefühl schult. Der Reiter muss verstehen, dass zwar der gewünschte „Turnier“-Sitz schön und gut ist, ABER nur durch viel Bewegung im Training erreicht werden kann. Der ganze Körper wird angesprochen und muss von einander unabhängig kontrollierbar sein. Die Hände müssen zum Beispiel unabhängig vom Becken agieren können. Dies fordert natürlich eine gewisse Flexibilität. Daraus können feine Hilfen und damit eine praktisch unsichtbare Einwirkung entstehen. Wichtig ist mir aus pädagogischer Sicht sowie als Coach, dass der Reiter Selbstvertrauen in seinem Tun entwickelt und Fehler als Chancen sieht! Er muss für sich, für sein Pferd und als Team Ziele stecken können und diese auch umsetzen wollen. Die Reflexion ist ein Grundbaustein der Pädagogik und auch beim Reiten sehr wichtig. Der Reiter sollte stets (gerade beim Reiten, also binnen Sekunden) reflektieren, also darüber nach denken können, was gerade gut war oder nicht. Was könnte man also verbessern?

 

Nun zum Pferd.

 

Natürlich kommt einem immer gleich die Ausbildungsskala in den Sinn. Ich möchte noch einige andere Punkte nennen:

 

Ein junges Pferd sollte eine psychische Reife besitzen, um ins Training einsteigen zu können. Die Vorarbeit wie Aussacken, Longe, Bodenarbeit ist ein wichtiger Grundbaustein, um das Pferd auf die gerittene Arbeit vorzubereiten. Merke ich während der Arbeit (auch bei einem älteren Pferd), dass eine geistige Grenze erreicht ist, muss ich diese langsam ausbauen. Auch Pferde können Grenzen überschreiten. So können sie lernen viel „will to please“ zu zeigen – also das „sich durch beißen“ (Hier nicht verwechseln mit Zwang sondern mit Leichtigkeit vielleicht nochmal ein Stück Schulterherein zu meistern!). Die Pferde wachsen daran! Ein ganz großer Punkt ist die Gymnastizierung und damit die Flexibilität im Körper. Ich möchte, dass das Pferd geschmeidig ist und in Übungen den ganzen Körper aktiviert und trainiert. Es soll nicht nur die Fußfolge/Stellung korrekt sein, sonder zusätzlich, dass das Pferd dabei nachgibt, den Rücken hebt, die Bauchmuskeln anspannt und dadurch geschmeidig wird. Gerade hier fällt mir auf, dass eine Vielzahl von Pferden in der Schulter nicht frei sind. Sie driften so durch die Halle – salopp gesagt. Ich möchte aber, dass das Pferd auch hier gymnastiziert ist, sich in der Schulter hebt und nicht nach außen oder innen driftet. Die Schulter des Pferdes gerät oft in Vergessenheit und man wundert sich warum man keinen korrekten Zirkel schafft und immer wieder in eine Richtung driftet – schlussendlich das Pferd ausbricht.

 

Die Ausbildungsskalen der FN gilt in vielen Punkten auch für das western gerittene Pferd, aber es gibt auch Unterschiede.

 

Anfänglich steht der Takt, der klar definiert ist. Danach die Losgelassenheit. Hier nimmt auch der Reiter durch seine Losgelassenheit Einfluss. Nun würde sich Dressur und Western trennen. Die Dressur verlangt Anlehnung, die Westernreitlehre Nachgiebigkeit. Für MICH steht vor der Anlehnung die Nachgiebigkeit. Das Pferd soll locker im Genick, Maul, Hals sein, damit dann auch die Anlehnung nach der Dressurreitlehre funktioniert.

 

Nun folgt die Aktivierung der Hinterhand und der Schwung. Eigentlich doch gleich obwohl andere Begriffe. Wir wollen eine aktive unter den Schwerpunkt tretende Hinterhand (auch für den Jog des Westernpferdes ist es die Voraussetzung). Der Schwung ergibt sich dadurch zwangsläufig. Also die Energie fließt von hinten, über den Rücken nach vorne und das wirklich mit Elan!

 

Das Geraderichten ist in jeder Reitweise wichtig. Hier scheitern viele Pferde, deren Reiter sich keine Gedanken über die Schulterkontrolle gemacht haben! Auf geraden Wegen mag dies nun funktionieren, aber auf gebogenen weicht die Hinterhand zum Beispiel gerne aus. Für den Westernreiter ist hier die Schwelle für die einhändige Zügelführung auf Bit erreicht. Wie steht mein Pferd tatsächlich gerade an den Hilfen? Oder zeigt sich nun ein Defizit in der Ausbildung.

 

Als Ziel steht die Absolute Durchlässigkeit bzw. Versammlung (wobei man hier bei der Dressurreitlehre anmerken darf, dass die Durchlässigkeit darüber steht!). Beides hat seine Berechtigung und ist, je nach Team, das Ziel!

 

Und das eigentliche Ziel nach all den Infos? Harmonie, Spaß und Erfolg. Es kann so einfach sein, aber der Weg kann auch anstrengend werden. Das Ziel darf man nie vergessen! Wir wollen doch alle mit unserem Pferd Spaß haben egal wo und wie, ob im Gelände, der Halle oder am Turnier. Erfolg kann unterschiedlich sein. Nicht nur auf dem Turnier sondern auch im Bewältigen neuer Lektionen!

 

Ich möchte zum Abschluss erwähnen, dass mir jedes reiterliche Niveau willkommen ist. Denn egal welchen Weg und welches Niveau ein Team hat, ich unterstütze sehr gerne!

 

Vielen Dank für Ihre Zeit bis hier hin gelesen zu haben!

 

 

 

~ ACHTUNG: ~

 

 

 Unser Fjordfohlen wurde am 10.08.10 geboren, eine kleine Stute

Haifa's Expensive Havannah

 

 

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Kurs mit Caro Lenz verschoben, auf 10./11.11.18

 

 

 

 

 

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